Die Stärken der Schwachen

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Ein Buch über Talente und Teilleistungsschwächen

Schluss mit der schulischen Gleichmacherei fordern die Psychologen Karl Isak und Lieselotte Fieber in ihrem Buch die Stärken der Schwachen. Sie kritisieren den Umgang mit Kindern, die Veranlagungen aufweisen, die im schulischen Sinne als Schwäche dargestellt werden. Teilleistungsschwachen Kindern wird die Zukunftsperspektive genommen, sie werden ausgegrenzt und zu Außenseitern. Der „Normierungswahn“ der Schule, der auch durch die Noten ausgedrückt wird, gehört endlich abgestellt. „Natürlich sollten Kinder lesen, schreiben und rechnen können, nur spielt der Perfektionsgrad dieser schulischen Qualitäten im Leben kaum eine Rolle, denn kein schlechter Rechner wird Versicherungsmathematiker, dafür kann aus diesem aber ein exzellenter Verkäufer, Musiker, Sportler, Rechtsanwalt oder Arzt werden. Nur hat er kaum eine Karrierechance, denn erstens ist die Schule nicht bereit, seine Talente zu entdecken oder zu fördern und seine ‚Schwäche’ belastet seine Schulkarriere, genauso seine Psyche.“ Sehr leicht werden solche Kinder zu Versagern abgestempelt und niemand kümmert sich um ihre Stärken. Für Isak und Fieber ist dies auch der Grund, warum die psychischen Erkrankungen bei Kindern sehr stark im Steigen sind.

Es ist längst erwiesen, dass schulische Leistungen kaum Auswirkungen auf spätere berufliche Erfolge haben. Betrachtet man die Liste der Superreichen und Erfolgreichen, dann ist leicht erkennbar, dass es nicht schulische Grundfunktionalitäten waren, die zum Erfolg führten, sondern Kriterien wie zum Beispiel Kreativität, Ausdauer, Mut, Innovationsfähigkeit, soziale Kompetenz, Empathie oder ein besonderes Talent, das entdeckt und gefördert wurde – und natürlich die Herkunftsfamilie. Dennoch hält unser „System“ strikt an einer eindimensionalen Bildungspolitik fest und lässt Kinder, die in den so genannten Hauptgegenständen nicht dem vorgegebenen Normstandard entsprechen, keine Chance. Sie werden ausgegrenzt, als dumm und faul hingestellt und stehen unter enormem Druck, der früher oder später unweigerlich zu psychischen Problemen führt. Dabei ist die Individualität des Einzelnen in der Gesellschaft notwendig und ist enorm gefragt. Denn was wäre unsere Gesellschaft, wenn wir alle völlig gleich wären und idente Leistungen erbringen würden. Deshalb muss mit der schulischen Gleichmacherei endlich Schluss sein und die Kinder sollten doch ihre Stärken und Talente entwickeln dürfen. Da wird aber immer noch eine perfekte Rechtschreibung gefordert, obwohl heute der Computer ohnehin alle Fehler ausbessert. Oder Kinder, die mit Mathe nichts am Hut haben, werden damit gequält, obwohl sie im späteren Leben ohnehin nur die Grundrechnungsarten einsetzen werden. Oder es werden perfekte Aufsätze gefordert, obwohl viele Kinder ihre Geschichten bildhaft oder über die Musik erzählen wollen. Für sportliche Spitzenleistungen werden ohnehin kaum perfekte schulische Leistungen gefordert. Es hat sich noch niemand für die Rechenleistungen eines Michael Schuhmachers oder Boris Beckers interessiert.

Wenn jemand den schulischen Normen nicht entspricht, dann steckt oft eine sogenannte Teilleistungsschwäche dahinter. Begriffe wie Legasthenie, Lese-/Rechtschreibschwäche, Rechenschwäche  (Dyskalkulie) oder Ähnliches sind in Mode. Schon das Wort „Schwäche“ ist eine Irreführung – vielfach wird sogar von einer Störung gesprochen – denn in Wahrheit ist die Denk- und Wahrnehmungsstruktur des einzelnen Menschen genauso einzigartig und individuell wie sein Äußeres. Claudia Schiffer hat wegen ihrer langen Beine wohl kaum eine Störung und Alicia Keys wird wegen ihrer etwas rauchigen Stimme auch keine Schwäche diagnostiziert. Sogenannte individuelle Prädispositionen – also Veranlagungen – hat jeder Mensch – das sollte akzeptiert werden und es gilt die Stärken zu suchen und zu fördern. Wohl sind bestimmte Grundfunktionalitäten zu erbringen – so ist Lesen und Schreiben gesellschaftlich einfach notwendig – der Perfektionsgrad ist aber sekundär. Menschen, die den schulischen Anforderungen und dem Vergleich mit anderen nicht standhalten, werden aber sofort an den Rand der Gesellschaft gestellt. Deshalb treten Karl Isak und Lieselotte Fieber für ein aktives Testverhalten bei Kindern ein. Bei Kindern müssen möglichst früh ihre Talente entdeckt werden und diese müssen unbedingt gefördert werden. Dort holen sich die Kinder ihre Bestätigung und ihre Kraft. Gleichzeitig müssen allfällige Teilleistungsschwächen – am besten schon im Vorschulalter – aufgezeigt werden, um dann mit einem entsprechenden Training dieser „individuellen Prädisposition“ entgegenzutreten. Mit dieser Doppelstrategie steht dem Glück der Kinder und der Eltern nichts mehr im Wege. Das „Institut für individuelle Leistungsoptimierung“, das in Graz, Klagenfurt und Villach-Wernberg Trainingszentren unterhält, bietet betroffenen Eltern und Kindern kostenlose Beratung, testest Kinder und „entdeckt“ deren Talente. Interessenten erhalten unter 0463 591559 nähere Informationen.

Das Buch „Die Stärken der Schwachen – eine alternative Betrachtung des Phänomens der Teilleistungsschwäche“ erschien im KDV-Verlag und ist beim v+m-Verlag oder im Buchhandel erhältlich.

 

Text: Sigrid Grimminger, Foto: vm-Verlag