Fehlerorientierung schadet unseren Kindern

shutterstock_62865184-1 Gruffi

Wer kennt das nicht: Kritik der Lehrer ,schlechteNoten, eine misslungene Prüfung. Die Leistungsgesellschaft verlangt unseren Kindern viel ab. Nur die Besten können überleben und haben Chancen. Dabei ist jeder in einer bestimmten Hinsicht der Beste bzw. zählt er zu den Besten. In jedem Kind sind enorme Stärkenvorhanden. Nur interessiert das niemanden, wenn es sich nicht um schulische Stärken handelt.Klar sollte jeder Lesen, Rechnen und Schreiben können. Es darf aber kritisch hinterfragt werden, ob allfällige Mängel dabei Menschen die Zukunft rauben dürfen. Genau das geschieht an vie-len Schulen, das System gibt dies eigentlich vor. Denn viele Lehrer sind immer nur auf der Suche nach Fehlern. Lehrer sind nicht darauf programmiert, das Richtige her-vorzuheben und damit Lob auszusprechen, sondern sie setzen den Rotstift an und gehen dem Fehlerhaften auf die Spur. Zurück bleiben frustrierte Kinder, die ein negatives Denken von der Schule mitnehmen, die dann selbst nur das Schlechte sehen, und die gar nicht mehr auf die Idee kommen, dass es auch gute und starke Seiten in ihnen gibt. Diese aktiviert das Institut für individuelle Leistungsoptimierung mit sogenannten mentalpsychologischen Interventionen. Das Institut, das in Salzburg, Kärnten und Wien Programme anbietet, arbeitet unter anderem mit teilleistungsschwachen Kindern – und das mit großem Erfolg.

Stärken hervorheben

In anderen Ländern wird längst auf die Stärken der Schülerinnen geachtet. Das „Schulische-Enrichment-Modell“ von Renzulli versucht die Stärken der SchülerInnen in den Vordergrund zu stellen und diese zu fördern. Zwar ist dies meist mit einem Elitedasein verbunden, aber das Modell lässt sich leicht auf alle SchülerInnen ausweiten. Denn jedes Kind hat Talente und jeder hat seine Stärken. Die Gesellschaft braucht all diese Talente und Stärken. Ein schlechter Rechner muss ja deshalb nicht gleich von allen weiterführenden Entwicklungen ausgeschlossen sein. Aber das genau geschieht mit Knock-out-Prüfungen, dem Numerus-Clausus (inDeutschland) und ähnlichen Eliminie-rungsmaßnahmen. Jemand, der schlecht rechtschreiben kann, wird diskriminier tund seine Karriere kann schnell vorbeisein, noch ehe sie überhaupt begonnen hat. Gute Ärzte müssen weder perfekt rechnen noch exzellent rechtschreiben können, das Gleiche gilt für Sportler und Künstler sowie für viele andere Berufsgruppen. Nur werden solche Schwächen in unserem System dermaßen überbewertet, dass die Betroffenen in ihrem Unbewussten von ihrer Wertlosigkeit alsMensch schnell überzeugt werden.

Individuelles Talenteportfolio

Pädagogische Lösungen sind nicht in Sicht. Zwar gibt es Ausnahmen, wie die Waldorfpädagogik oder andere reformpädagogischen Ansätze. Diese sind aber nur selten zu finden und werden von der Regelschule auf breiter Basis nicht angewandt. So werden die Fehler wohl noch lange im Mittelpunkt des schulischen Geschehens bleiben. SchülerInnen wird also weiterhin oft das Selbstbewusstsein genommen, sie werden auf Minderwertigkeit programmiert. Jede schlechte Note ist eine Kränkung, und es erscheint wohl nur logisch, dass viele Kränkungen krank machen. Wollen wir kranke Kinder und kranke Gesellschaftsmitglieder? Die Zunahme der verhaltensauffälligen Kinder, die hohe Ratebei der Kinderdepression und überhauptdie zunehmenden psychischen Krankheiten sollten wohl ein Alarmsignal sein. Natürlich ist nicht alles auf die Schulezurückzuführen, dennoch trägt diese, gerade bei jenen, die unsere Unterstützungbrauchen, dazu bei, dass viele aufgeben und nicht an ihre Fähigkeiten glauben. Immer noch gibt es keine flächendeckenden Talentetests, kein individuelles Talenteportfolio und keine individuellen Förderungen, die sich auf die einzelnen Talente beziehen. Wenn die Schule hier schon keinen Lösungsansatz findet, dann gibt es wenigstens Institute, die sich darum küm-mern. Das Institut für individuelle Leistungsoptimierung vermittelt „geschädigten“ Kindern das erfolgsorientierte und auf Stärken ausgerichtete Denken in eigenen Kursen. Es gibt wahrlich keinen Grund, Kinder mit Minderwertigkeitskomplexen heranzuziehen. Wenn der Erfolg in der Schule ausbleibt, ist dies aber leider nur allzu oft der Fall. Kinder ohne Erfolgserlebnisse haben kein Selbstvertrauen und kein Selbstwertgefühl – das prägt für die Zukunft. Das Institut für individuelle Leistungsoptimierung sucht erst einmal nach den Ursachen von allfälligen Schwächen und empfiehlt eine Doppelstrategie. Zum einen sollten doch die gestellten Anforderungen in der Schule er-üllt werden und zum anderen ist es notwendig, eine Stärke herauszufinden und diese zu fördern. Zuerst muss aber das Denken verändert werden. Menschen sind von Urteilenanderer abhängig und eigene Bewertungen werden immer von außen geprägt. Deshalb sind die so genannten mentalpsychologischen Interventionen des Instituts für individuelle Leistungsoptimie-rung darauf ausgerichtet, das Unbewusste zu beeinflussen. Wenn ich denke, dass ich etwas nicht kann, dann werde ich nicht einmal einen Versuch starten. Die eigene Annahmewird sich im Sinne der „Selbsterfüllenden Prophezeiung“ auch einstellen. Umgekehrt funktioniert dies aber ebenso. Kaum einer kann selbst – weil ja schon Programme verinnerlicht wurden – eineVeränderung herbei führen, sondern braucht externe Hilfe.

 

Text: vm-Verlag, Foto: shutterstock/Gruffi
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